Finanzierung von Bands / Festivals

Über das Programm des Open Flair Festivals
einMalTee
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon einMalTee » 11.08.2015, 12:58

An dieser Stelle nochmal einen schönen Dank für die Ermöglichung der Backstageführung.
Nicht nur die optischen Eindrücke waren spannend, sondern vor allem alles, was Achim so aus dem Nähkästchen geplaudert hat!
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iamthemovie
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Re:

Beitragvon iamthemovie » 28.08.2015, 21:38

Dabbljou hat geschrieben:......Die Veranstalter des Serengeti Festivals beispielsweise haben angekündigt, dass das Festival dieses Jahr zum letzten Mal stattfinden wird, weil man es "nicht mehr nachhaltig anbieten kann". Diese Entwicklung ist sicher auch für das Open Flair bedrohlich und es könnte dazu führen, dass die LineUps in den nächsten Jahren evtl. nicht mehr den Stellenwert erreichen können, wie noch vor ein paar Jahren.
.



da plaudere ich nun gerne aus dem Nähkasten :)

der veranstalter des serengeti (vibra) hat betont, dass es für ihn hier nicht weiter geht (link hab ich nicht zur hand, irgendwo auf der seite: www.nw-news.de) Weiterhin wolle man sich eher richtung paderborn orientieren und vielleicht größer werden...

ganz ehrlich? wenn ich sehe, wie das serengeti organisiert wird (und ich hatte einige einblicke dank viva con agua auch viel kontakt zu vibra), ght das festival nicht ein, weils zu klein ist, sondern weils mies organisiert ist. die linke hand weiß nicht, was die rechte tut, die freundlichkeit von personal (ok, vlt sind wir durchs flair zu sehr verwöhnt was die security angeht) und co ist unterirdisch. das festival fängt verspätet an, wegen einer unwetterwarnung und die besucher werden auf den zeltplatz geschickt, später wird dieser geräumt und alle sollen in ihre autos...die die kein auto haben standen dann auf dem freien acker....ach ich könnte stundenlang weiter machen...

um zurück zum thema zu kommen, ich glaube da wirds nächstes jahr was in OWL geben, ob nun am safaripark oder richtung paderborn...

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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon Shiftey » 28.08.2015, 23:44

Wir werden es gespannt beobachten, würde mich freuen, wenn da noch was kommt.
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon Dabbljou » 28.10.2015, 12:01

Das Leben und Sterben der Festivals

Aus dem oben verlinkten coolibri Artikel:
"Richten wir also den Finger auf uns selbst – die zahlenden Gäste. Natürlich wollen wir gute Bands auf dicken Bühnen sehen, von denen es Konfetti und Pyro regnet. Natürlich wollen wir an einem Wochenende möglichst viele unserer Lieblingsbands versammelt sehen. Wollen wir aber etwas an oben beschriebener Industrie ändern, ist die Verweigerung unseres Taschengelds für beschriebene Großveranstaltungen eine sinnvolle Methode."
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon red sock » 28.10.2015, 12:44

danke für den Artikel.

Ist schon krass was da los ist, hatte gar nicht mitbekommen, dass das mixery open air auch schluss gemacht hat, das Folklore in wiesbaden hats auch erwischt...

Aber wenn man sich die jüngste RaR-Welle ansieht, dann steht da viel wahres drin.
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon Dabbljou » 28.10.2015, 13:43

Genau das mit der RaR Welle habe ich mir auch gerade gedacht... Und da passt der von mir zitierte Abschnitt aus dem Artikel auch ganz gut zu. Auf der anderen Seite gibt es aber eben auch mehr als ausreichend Kunden, denen es am Ende egal ist, welche Festivals leider aufhören müssen, weil Wacken, MLK, FKP und DEAG den Markt leer kaufen, eben genau WEIL deren Lieblingsfestival RaR, Wacken, Hurricane etc. sind. Auch die Großen haben ja mal klein angefangen. Man kann es niemandem verübeln wenn er sagt: "Ich gebe lieber 170€ für ein Festival MIT RHCP, Volbeat, Black Sabbath etc. aus, als 100,- für ein Open Flair, Taubertal, Rocco del Schlacko OHNE diese großen Namen."

RaR wird auch 2016 wieder ausverkauft sein, ob ich da hin gehe, oder nicht.
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon red sock » 28.10.2015, 14:00

was mir in der Diskussion fehlt, ist, dass sich der Markt auch auf der Angebotsseite total geändert hat. Während die Bands, die heute groß sind, zu ihren Anfangszeiten tatsächlich auch was können mussten und nicht über einen Massenmarkt produziert werden konnten, ist es heute viel schwieriger für neue Bands ausreichend zeit und auch die ausreichende Kohle zu haben, um sich wirklich einen Namen zu erspielen. Wenn man sich ansieht, was das für Bands sind, die die Majors headlinen, dann haben die alle schon 15 Jahre plus auf dem Buckel. Und während den jungen Bands die Puste ausgeht (Stichwort Knebelverträge und Majorlabel) werden die großen Namen immer dünner - und nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage entsprechend teurer.

Es gibt schon einen Grund dafür, warum die One-Hit-Wonders dieser Welt nicht auf Festivals spielen.
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon ballonnike » 28.10.2015, 14:46

Dabbljou hat geschrieben:Man kann es niemandem verübeln wenn er sagt: "Ich gebe lieber 170€ für ein Festival MIT RHCP, Volbeat, Black Sabbath etc. aus, als 100,- für ein Open Flair, Taubertal, Rocco del Schlacko OHNE diese großen Namen."

sehe ich genauso!
Dabbljou hat geschrieben:RaR wird auch 2016 wieder ausverkauft sein, ob ich da hin gehe, oder nicht.

Es ist wirklich erstaunlich, was Geld alles anrichten kann. Die meisten Leute denken wirklich, das Line Up repräsentiert ein Festivals, macht es aber nur primär. Für viele hingegen ist es aber eben nicht das, sondern viel mehr das Angebot eines Veranstalters, welches außerhalb des Musikprogramms geboten wird. Ich würde wirklich gerne mal wissen wollen, wie viele Köpfe sich alleine nur heute Gedanken machen, wie sie sich 170€ für ein Festival aka Rock am Ring zusammenkratzen können. Nur weil da die Red Hot Chili Peppers, Black Sabbath und Volbeat die führenden Bands auf dem Plakat sind, zahle ich noch lange keine 170 Taler. Die neuen Festivals, wo wirklich große namenhaften Firmen dahinter stehen, rechnen sich doch in den ersten fünf Jahren sowieso nicht.
Was wollen die dann also auf unserem geliebten Festivalmarkt? Na, ist doch ganz einfach: Den Markt für sich entscheiden! Was passiert dabei? Als bestes Beispiel dient doch die DEAG, die sich freundlichst anbietet. Ich gehe von aus, dass mein Festival, was durch viele Standortwechsel und Presseaufschreie gehypt wurde, viele Besucher haben wird. Wer immer nur glaubt und alles für selbstverständlich sieht, der hat halt auch mal Pech (da muss ich Marek Lieberberg zustimmen). Ich habe die Zahlen gerade nicht im Kopf, irgendwo findet man sie aber.
Die DEAG hat ein gewaltiges Minus eingefahren und zudem noch die Preise von Bands, die bald nur noch für die Majors bezahlbar sind, derartig in die Höhe getrieben, dass die kleineren Festivals in die Röhre schauen müssen. Das ist nur ein Grund dafür, dass viele Festivals aussterben. In Wirklichkeit gibt es jedoch einen weiteren, entscheidenden Grund. Hat denn jemand eine Ahnung oder eine geringe Vermutung, warum die Bands auch so schon viel teurer sind? Richtig, was ist denn mit den Verkauszahlen ihrer Platten passiert? Der Verkaufsmarkt bricht doch immer mehr und mehr zusammen. Um sich zu finanzieren gehen Bands auf Tourneen, spielen Festivals mit Exklusivverträgen oder Erstwerbeverträgen (keine Ahnung ob das so heißt :lol:), damit mehr Geld eingenommen wird. Auf die Dauer wird dieser ganze Markt doch gar nicht funtktionieren, der Berg geht auf der anderen Seite wieder bergab.

In meinen Augen haben Festivals wie das Open Flair, Taubertal, Rocco Del Schlacko etc. bald die besseren Karten. Diese Größe ist gegenüber 80.000er Festivals in manchen Punkten überlegen. Wie lange hat man beim Open Flair Wege in die Stadt, in den Supermarkt, zum Badesee, zum Restaurant und was weiß ich nicht alles. Wie lange steht man bei RaR in der Toilettenschlange, an der Kasse etc.? Bands, die sich für Festivals einsetzen,sind allgemein wenig in der Zahl. Viel wichtiger ist, dass die kleinen Festivals kooperieren, sich nicht unterkriegen lassen und auch nichts anmerken lassen.
Fun Fact zum Schluss: Das Open Flair ist übrigens älter als Rock am Ring, Hurricane etc. und immer noch bodenständig.

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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon red sock » 14.01.2016, 16:13

die Festivalisten haben mal wieder was raus gefunden, was die Finanzierung von Bands angeht.

http://www.wiwo.de/unternehmen/dien...s ... 26824.html

Generell super spannender Artikel.
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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon Cr0ss » 15.01.2016, 03:13

Danke für den Link!
Mir schlackern angesichts dieser Summern gerade ein wenig die Ohren. Ich tippe, die großspurigen Ankündigungen und der immense Marktdruck, den DEAG ausüben wollte, indem sie ein absolutes Hammer-Lineup bieten, hat wohl zu einer Preisexplosion geführt. Anders kann ich mir, aus meiner Laiensicht, nicht erklären, wieso Metallica bei einem regulären Auftritt mehr Geld kostet als Axl Rose dazu zu bringen, sich bei Slash zu entschuldigen.

Und auch dass Muse so teuer ist, entspricht nicht dem, was ich erwartet hätte. Aber das öffnet einem auch ein bisschen die Augen, was für Glücksgriffe unser Flair oft hat - vermutlich vor Allem, weil es auch bei Bands sehr beliebt ist.

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Re: Finanzierung von Bands / Festivals

Beitragvon red sock » 15.01.2016, 09:48

Metallica hat mich jetzt nicht sonderlich gewundert - Du musst immer bedenken, dass es sich bei den Gagen um zwei Auftritte (Grüne Hölle / Rockvaria) handelt. Dass Metallica pro Bandmitglied / Auftritt ~ 1 Mio nimmt, hatte ich im Rahmen der Diskussionen um das RaR-Lineup schonmal gehört.
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